14 Bierfreunde aus den Reihen der ZWAR-Gruppe Richrath machten sich am 26.10.2017 mit Bus & Bahn (mit Gruppenkarten keine 10 € pro Person) auf den Weg nach Oelde ins östliche Münsterland.

Die von Hermann M. bestens vorbereitete Tages-Tour startete um 9:59 Uhr mit dem 785er nach Hilden, weiter ging es mit der S-Bahn bis Düsseldorf, und von da mit dem Regional-Express quer durch das Ruhrgebiet über Dortmund und Hamm bis zur Kleinstadt Oelde im Kreis Warendorf, der – zugegebenermaßen neben dem edlen Gerstensaft – unser heutiges Interesse galt.

Oelde hat nämlich etwas Besonderes zu bieten, und zwar die Pott’s-Brauerei, eine von zwei noch übriggebliebenen Privatbrauereien in NRW. Nach der fast 3-stündigen Anfahrt war sich unsere kleine Reisegruppe sofort einig, per Pedes die etwa 2,1 km lange Strecke durch die schnuckelige Altstadt, vorbei an der alten Pott’s Braustätte, schönen Cafés, urigen Lokalen und zwei Kirchen zur neuen Braustätte (mit Georg-Lechner-Biermuseum) am Stadtrand gelegen, zu bewältigen. So kamen die „Wanderer“ unter uns auch noch auf ihre Kosten.

Nach einer ersten Stärkung mittels „Herrengedeck“ (Landbierbrot mit Griebenschmalz und „Pott’s Landbier“) wurden wir von einem sehr netten und kompetenten älteren Herren souverän durch die „Pott’s Erlebniswelt“ geführt. Dabei erfuhren wir nicht nur alles Wissenswerte über die Herstellung des „Lebensmittels Bier“ (bereits die Heilige Hildegard von Bingen schrieb: „Gebet den Kindern Bier zu trinken, denn es ist reiner als Wasser.“), sondern erhielten Einblicke und detaillierte Erklärungen zum gesamten Prozess des Bierbrauens.

So konnten wir in der „Gläsernen Brauerei“ von der Gäste-Tribüne den vollautomatisierten Wasch- und Abfüllablauf von Fässern und Flaschen (insbesondere der Bügelverschlussflaschen: die mit dem „Plopp“) bewundern, erfuhren im „Gesaris Brunnen Kino“ warum die Getränke von Pott’s so gesund sind: natürlich liegt das am Wasser. Seit der letzten Eiszeit vor 12.000 Jahren liegt hier in 90 m Tiefe ein riesiger, nach oben durch Lehmschichten vor Verunreinigungen abgesicherter Wasservorrat (Nitratgehalt 0), der vom Pott’s Brunnen genutzt werden darf.

In der „Schatzkammer“ (hier liegen 800-Liter-Holzfässer mit Aperitif-Bier), in einem Minus-3-Grad kalten Raum, zapfte unser Führer aus einem runtergekühlten Stahltank eine Bierprobe. Diese „Zwickel“ genannte Probe ist sehr kohlesäurehaltig (deswegen hatten wir fast nur Schaum im Glas), noch nicht gefiltert (daher trübe) und das in der Regel 30-tägige Reifen hat dieses „junge“ Bier ja auch noch vor sich.

Im „Georg-Lechner-Biermuseum“ erfahren wir noch so manch Interessantes zur nicht nur in Deutschland so beliebten „Gersten-Kaltschale“, sondern auch noch so die ein oder andere Anekdote seitens unseres Führers zur 1769 gegründeten, sich immer noch im Familienbesitz befindlichen Privatbrauerei Pott’s.

Anschließend konnten wir die „gläserne Bäckerei“ und die „Metzgerei im Brau & Backhaus“ entdecken bzw. münsterländische Spezialitäten einkaufen.

Der letzte Punkt im Erlebnisprogramm, der „Brauherrenschmaus“, war ein echtes Highlight. Kasseler auf Sauerkraut mit Bratkartoffeln: deftig, fein gewürzt, große Portionen, einfach lecker. Dazu fünf verschiedene Pott’s-Biere, soviel man(n oder frau) trinken kann oder mag. Natürlich gab es auch viele alkoholfreie Getränke. Mike blieb beim Landbier, Günter hatte es ein bestimmtes herbes Pils angetan, die meisten von uns genossen das „Pott’s Imperial Pils“.

Leider geht auch die schönste Tour mal zu Ende. Also, nach der wirklich alle zufriedenstellenden Brauereibesichtigung mit Essen, ging das Gros unserer Gruppe wieder zu Fuß (3 mit Taxi) zurück zum Oelder Bahnhof; alle 14 trafen dann wohlbehalten abends kurz nach 21 Uhr wieder in Langenfeld ein;
Danke nochmal, Hermann !

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